Mann mit Sonnenbrille und Kapuzenshirt

Themen zur Kriminalitätsvorbeugung II

Stalking, Gewalt, Medienpaket Abseits?!, Selbstsicherheitstrainings, Dont drink too much, STAY GOLD

Stalking

„Stalking“, ein aus der englischen Jägersprache übernommener Begriff des Heranpirschens und Anschleichens, bezeichnet das wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen. Diese Art der Annäherung wird von den Opfern als bedrohlich empfunden und beeinträchtigt diese in ihrer Lebensgestaltung schwer wiegend.

Stalking-Handlungen ziehen sich oft über Monate oder Jahre hin und werden für das – meist weibliche Opfer – zum unerträglichen Terror. In vielen Fällen treten psychosomatische Gesundheitsprobleme,
wie z. B.

  • chronische Angst- und Stresszustände,
  • Schlafstörungen und Albträume,
  • depressive Verstimmungen

auf und haben eine damit einhergehende massive Änderung der Lebensführung zur Folge.

Durch belästigende Telefonanrufe, ständige Email- oder SMS-Nachrichten, Auflauern vor der Wohnung oder dem Arbeitsplatz, Beobachten und Verfolgen bis hin zu bedrohenden Übergriffen etc. versucht der Stalker Macht und Kontrolle über sein Opfer auszuüben.

Durch das Inkrafttreten des Straftatbestandes „Nachstellung“ (§ 238 StGB) werden Stalking-Opfer zukünftig strafrechtlich besser geschützt.

In dem nebenstehenden Infoblatt "Stalking" finden Sie Präventionsmöglichkeiten, Tipps und Hilfestellungen für Opfer, um die hartnäckigen bis bedrohlichen Belästigungen unterbinden zu können.


Gewalt

Es ist ein wesentliches polizeiliches Ziel, die Anzahl der Gewaltdelikte und der Opfer - nicht nur allein durch repressive Maßnahmen - sondern vielmehr durch geeignete Vorbeugungsmöglichkeiten zu reduzieren und zugleich durch eine aufklärende realistische Einschätzung der eigenen Gefährdung sowie der Handlungsmöglichkeiten das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

Zur Gewaltkriminalität gehören insbesondere Tötungsdelikte, Vergewaltigung und besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung, schwere und gefährliche Körperverletzung, Raub und räuberische Erpressung. Einfache Körperverletzungen und Vandalismusstraftaten bleiben - auch wenn diesen eine Gewaltkomponente nicht abgesprochen werden kann - hier unberücksichtigt, da sich das Gewaltphänomen im Deliktsbereich auf schwerwiegende Fälle beschränkt.

Auch wenn in der Polizeilichen Kriminalstatistik der Anteil der Gewaltdelikte gemessen an der Gesamtkriminalität "nur" einen Anteil von etwas über 3% ausmacht, so nehmen doch die Medienberichterstattung und die öffentliche Diskussion sowie insbesondere das persönliche Erleben der Opfer mit teilweise traumatischen Auswirkungen eine große Bedeutung ein.

Dieses ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass besonders Gewalterfahrungen bei den Opfern nachhaltige Schäden hervorrufen, die sich nicht nur in den erlittenen körperlichen Verletzungen und finanziellen Folgen (z.B. durch Verdienstausfall) begründen, sondern vielmehr in den dadurch massiv ausgelösten - teilweise dauerhaften - Ängsten und traumabedingten Beeinträchtigungen durch den empfundenen schwerwiegenden Eingriff in die persönliche Integrität. Gerade Opfer sexualisierter Gewalt leiden nicht selten lebenslang unter den Folgen des erlebten Übergriffs.


Medienpaket "Abseits?!"

Die Polizeiliche Kriminalprävention hat die Neuauflage ihres Medienpakets "Abseits?!" zur Gewaltprävention an Schulen um einen Kurzfilm erweitert, der exemplarisch einen Fall von "Handygewalt" aufgreift.

Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz der Opfer und die Hilfeleistung durch Zivilcourage aus dem Kreis der Mitschüler.

www.polizei-beratung.de


Neue Phänomene bei der Handynutzung durch Kinder und Jugendliche

Presse- und Fernsehberichte über Videos und Bilder mit brutalen und teilweise illegalen Inhalten auf den Handys von Kindern und Jugendlichen verunsichern derzeit viele Eltern und Pädagogen. Sorge bereitet insbesondere die Weiterverbreitung dieses Bildmaterials mit Hilfe moderner Übertragungstechniken. Schülerinnen und Schüler versenden auf dem Schulhof per Handy Filme und Bilder mit pornographischem Inhalt sowie reale und gefakte Demütigungen, Vergewaltigungen, Sodomie-Szenen und brutale Morde sowie Hinrichtungen.

Diese Filme werden in der Jugendsprache meist als „Snuff-Videos“ bezeichnet und sind aus dem Internet downloadbar.

Bei einem anderem Trend, der als „Happy-Slapping“ bezeichnet wird, werden von Kindern und Jugendlichen Gewaltszenen inszeniert oder Passanten willkürlich angegriffen, um die Szenen dann filmen und anschließend verbreiten zu können. Die Erstellung von Fotos oder Videos sind mit jedem Handy mit eingebauter Kamera möglich.

Snuff-Videos stammen in der Regel aus Quellen im Internet. Die Bilder und Videos werden auf den heimischen PC herunter geladen, auf das eigene Handy übermittelt und von dort auf andere Handys übersandt. Der Austausch erfolgt fast ausschließlich mittels Bluetooth oder Infrarot-Schnittstelle. Sofern diese Funktion auf dem Handy aktiviert ist, können Bilder und Videos in begrenztem Umkreis kostenlos von Handy zu Handy versandt werden.

Der Besitz solcher Videos und derartigem Bildmaterial ist straflos, das Verbreiten, Überlassen und Zugänglichmachen allerdings ist unter Strafe gestellt.

Das Landeskriminalamt NRW hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Landesstelle NRW e.V. ein landesweites Merkblatt über das o.g. Phänomen entwickelt. Das Merkblatt richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und andere Interessierte und enthält Tipps und Empfehlungen zu dieser Thematik.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Internetseiten www.polizei-beratung.de


Selbstsicherheitstrainings

Selbstsicherheitstrainings für Mädchen und Jungen?
Ja, aber richtig...

Das Landeskriminalamt NRW bietet Eltern und Erziehenden Anhaltspunkte zur Einschätzung der Qualität entsprechender Angebote. Die Sorge „Wie schütze ich mein Kind vor Sexualstraftaten oder anderen Übergriffen“ beschäftigt viele Eltern. Sehr häufig werden Selbstsicherheitstrainings für Mädchen und Jungen als Unterstützung der familiären Erziehung in Erwägung gezogen. Zahlreiche Vereine und Initiativen bieten derartige Kurse an und Eltern stehen vor der Schwierigkeit zu beurteilen, ob die Angebote geeignet und seriös sind.

Das Landeskriminalamt NRW hat hierzu das Informationsblatt „Selbstsicherheitstrainings für Mädchen und Jungen? Ja, aber richtig...“ erstellt. Mit fachlicher Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS), Landesstelle NRW e.V., wurden Merkmale erarbeitet, die nach pädagogischer und polizeilicher Bewertung helfen können, die Qualität von Selbstsicherheitstrainings und deren Anbietern besser einzuschätzen.

Frühestens ab der dritten Grundschulklasse können Kinder die Inhalte verstehen und umsetzen. Der Kurs muss kind- und altersgerecht gestaltet sein, möglichst für Mädchen und Jungen getrennt. Er darf auf keinen Fall eine Art „Ernstfall-Erprobung“ vorsehen, also nachgestellte überfallartige Situationen durch Fremde, wie sie nur selten vorkommen. Es besteht die Gefahr, dass die betroffenen Kinder ähnlich negative Folgen erleiden, wie bei einem wirklichen Übergriff. Ziel dieser Kurse sollte immer die Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins und der positiven Selbsteinschätzung sein.

Wesentliche Kriterien für seriöse Angebote sind beispielsweise, dass der Kursanbieter mit den Fachleuten der örtlichen Hilfestellen zusammenarbeitet und genau über den Ablauf und die Inhalte des Kurses aufklärt. Wirbt der Veranstalter mit dem Begriff „Polizei“, ist zu hinterfragen, ob die Polizei auch tatsächlich beteiligt ist. Auch Erfolgsgarantien wie z.B. „Geld zurück bei Nichterfolg“ sind eine unseriöse Werbestrategie.

Das Informationsblatt ist auch in gedruckter Form über die Kommissariate Vorbeugung der Kreispolizeibehörden NRW erhältlich.

Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens

Am 1.9.2007 trat das Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in Kraft. Dieses Gesetz zieht eine Änderung des am 1.4.2003 in Kraft getretenen Jugendschutzgesetzes (JuSchG) nach sich. Durch Artikel 3 dieses Gesetzes tritt eine Änderung der §§ 10 und 28 des JuSchG in Kraft.

Ab dem 1.9.2007 dürfen Tabakwaren an Kinder und Jugendliche generell nicht abgegeben werden, und das Rauchen in der Öffentlichkeit darf ihnen nicht gestattet werden.
Die Altersgrenze wurde somit von 16 Jahre auf 18 Jahre heraufgesetzt.
Wer Tabakwaren an ein Kind oder einen Jugendlichen abgibt oder einem Kind oder Jugendlichen das Rauchen gestattet, handelt ordnungswidrig.

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