Jugendkriminalität

Jugendkriminalität

In diesem Bereich finden Sie Informationen über: Jugendkriminalität, Konsequentes Vorgehen und Vernetzung

Wenn Kinder und Jugendliche strafbare Handlungen begehen, sollte das immer Anlass sein, die Gründe für dieses Verhalten herauszufinden. Häufig sind solche Straftaten entwicklungsbedingte Erscheinungen, die sich mit zunehmendem Alter bzw. unter dem Einfluss erzieherischer Maßnahmen wieder verlieren. Oft aber ist das abweichende Verhalten ein Symptom für tiefer liegende seelische Nöte und soziale Konflikte.
Will man dauerhaft verhindern, dass Jugendliche weiterhin Straftaten begehen, reichen die strafrechtlichen Sanktionen nicht aus. Bearbeitet und behoben werden müssen die eigentlichen Ursachen der Auffälligkeit. Bei der Vorbeugung gegen Jugendkriminalität und ihrer Eindämmung müssen alle gesellschaftlichen Gruppierungen und staatlichen Stellen entsprechend ihrem jeweiligen Auftrag und ihren Möglichkeiten zusammenwirken. Weitere Informationen erhalten Sie über das Kommissariat Vorbeugung Ihrer Polizeibehörde.

Konsequentes Vorgehen und Vernetzung

Die Polizei setzt bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität auf einen doppelten Ansatz: Im Rahmen der Vorbeugung werden Projekte unterstützt, bei denen z.B. in Ordnungspartnerschaften gemeinsamen mit anderen Institutionen gezielte Angebote für Jugendlichen erarbeitet werden. Zugleich greift man bei Intensivtätern konsequent ein.
Jede Polizeibehörde hat ein Konzept entwickelt, mit dem sie jugendliche Intensivtäter ins Visier nimmt und das auf eine frühe und gezielte Abschreckung von Mehrfachtätern ausgerichtet ist. Dabei arbeiten Polizei, Justiz und Kommunen eng zusammen. Ihre Zusammenarbeit dient folgenden Zielen:

  • Intensivtäter erkennen, Serienstraftaten aufklären und beenden
  • Intervention gemeinsam mit Justiz, Jugendämtern und Jugendgerichtshilfe, u.a. Verantwortlichen, - um die Verfestigung krimineller Lebensläufe bei Jugendlichen und Heranwachsenden zu verhindern und damit nachhaltig der Begehung von Straftaten vorbeugen
  • Abschreckung, Erhöhung des Entdeckungsrisikos
  • konsequente Strafverfolgung, wenn Intervention nicht zum Abbruch der kriminellen Karriere führt.

 

Alle diese Konzepte enthalten bestimmte Kernelemente:

  • Auswahl der Intensivtäter nach individueller Prognose, die neben Zahl, Art und Schwere der begangenen Straftaten, auch Lebenslauf, Verhalten, Lebensumfeld der Jugendlichen / Heranwachsenden einbezieht
  • Täterorientierte Sachbearbeitung bei Polizei und anderen Beteiligten (Jugendämtern, Jugendgerichtshilfe, Soziale Dienste der Gemeinden, pp.)
  • Enge Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften, vielfach Zusammenarbeit mit besonders eingesetzten Koordinatoren, die für die beschleunigte Ermittlungsführung bei der Staatsanwaltschaft, schnelle Anklage und zeitnahen Vollzug Sorge tragen
  • Wiederkehrende Gefährderansprachen, vorrangig in Anwesenheit der Erziehungsberechtigen, in Wohnungen und dort, wo Intensivtäter sich aufhalten oder angetroffen werden
  • Fallkonferenzen unter Beteiligung anderer Institutionen, insbesondere Jugendämter, Jugendgerichtshilfe, Allgemeine Soziale Dienste der Kommunen, Schulämter, Staatsanwaltschaften - Abstimmung der jeweiligen Maßnahmen in den Fallkonferenzen
  • Gezielte polizeiliche Kontrollen an Orten, die von jugendlichen Intensivtätern bevorzugt aufgesucht werden
  • Konsequente Verfolgung nach begangener Straftat (keine Diversion bei Intensivtätern)

Bei den Kommissariaten für Vorbeugung in den Polizeibehörden gibt es eine Reihe von Projekten, die speziell auf Jugendliche ausgerichtet sind. Auch hier setzt man auf einen lokalen Ansatz: In Ordnungspartnerschaften versucht man, diejenigen an einen Tisch zu bringen, die bei der Lösung eines lokalen Problems helfen können. Dies kann eine breite Palette von Institutionen sein wie z.B. Jugendamt, Jugendinitiativen, Sportvereine oder andere.

In den vergangenen Jahren sind mehrere solcher Ordnungspartnerschaften zur Bekämpfung von Jugendkriminalität und Jugendgewalt mit dem Landespreis für Innere Sicherheit ausgezeichnet worden.

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